Die alteingesessene Marburger Formation wurde 1967 in Folge einer Idee der beiden Latinblueslegenden Martin G. Schneider (seines Zeichens Jazzpianist und Schöngeist) und Heinz-Maria Woller (Flöterich und Rattenfänger) gegründet. Beide entschieden sich nach einem anregenden Trigespräch mit dem damaligen Rockrentner Peter Alexander, ihre Instrumente zu wechseln. Dank eines mehrstündigen, brauwissenschaftlichen Studiums lernte Martin schnell die Kessel zu flicken und zu polieren. Daher wandte er sich bald dem Schlagzeuge zu. Heinz, ein internationalerfahrener Elektrodestrukteur, wusste seine Strippen und Drähte besser einzusetzen und erfand bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert die Stromgitarre; hielt seine Wunderwaffe allerdings noch mehrere Dekaden geheim, bis er sie endlich auch - für wahr - gut zu spielen gelernt hatte.
Im Zuge der geglückten Landung der Amerikaner in der Wüste von Nevada, wurde die Band im Jahre 1969 aus Gründen aufrichtiger Anerkennung kurzzeitig in "Lunar Breeze" umbenannt. Postwendend stießen die drei gescheiterten Aushilfsmusiker Jan Eiler-Vorfelder, Jens F. Kennedy und Dr. Valid Med. Walli zur Band, nachdem sie bei Festivals wie z. B. "Außer Rand und Band im Zillertal" erfolgreich gescheitert waren. Mit Cold Fire fanden sie ein ideales Auffangbecken für ihre neokonservativen Ideen (Rock im Schlafsack, etc.). Jens, der wegen seiner blinden Leidenschaft diversen Schlagzeugen Leiden verschafft hatte, war auf der Suche nach geeigneten Alternativen erfolglos und hängt sich nun seine Wandergitarre um seine wohlgepflegten Rundungen. Jan aber konnte sein Gitarrenspiel ob einer aggravierenden Akalkulie nicht fortführen und entwickelte im Zuge dessen den viersaitigen Bass, der inzwischen ein weltweiter Verkaufsschlager ist. Was Valid betrifft, bleibt nur zu sagen, dass er seinem Motto „in der Kürze liegt die Würze“ stets treu blieb, seinen Steinweg-Flügel engelsgleich auf den Rücken schnallte und die Band bereits nach nur einem Gala-Gastspiel als schwer gezeichneter Invalide verließ.
Ohne weiteres konnten sich die verbleibenden vier moralisch, geistig und musikalisch fangen und sie spielten in der Folgezeit gemäßigte Auftritte zwischen Marburg-Wehrda und Marburg-Cappel. Ihre Künste spiegelten die vergangenen Jahrzehnte der Rock- und Popmusik, sowie zeitgenössische Töne authentisch wider, da diese nicht ohne Spuren an den Vieren vorübergingen. Noch mehr: Durch den mehrstimmigen Gesang der Saitenschwinger und das malerische Schlagzeugspiel des - ja - Schlagzeugers, erhielten alle Stücke die ganz besondere Note. Sie schreckten auch nicht davor zurück, alte und zukünftige Welthits zu intonieren und zu verfeinern, die garantiert kein Ohr trocken lassen.
Wenn Sie Cold Fire noch nicht gesehen haben, werden Sie es auch nie mehr tun, denn der Ofen erlosch – unerwartet und gänzlich – im Frühjahr 2005...
Für all diese Menschen konnten - wie durch ein Wunder - noch zwei original Tondokumente aus der großen Zeit überliefert und gerettet werden:
(2003 - 2005)